Bewerbungsanschreiben

Bewerbungsanschreiben

Egal ob Du dich für ein Praktikum interessierst oder für ein konkretes Jobangebot – die schriftliche Bewerbung ist der erste Schritt, um sich dem Unternehmen vorzustellen. Die Gestaltung des Anschreibens ist dabei wohl das schwierigste, denn dieses ist immer wieder individuell auf das jeweilige Jobangebot auszurichten. Allgemein gehaltene Standardanschreiben werden bei einer hohen Bewerberzahl sofort aussortiert und landen auf dem Absagestapel. Nur wer sein Anschreiben gezielt formuliert, wird es schaffen, zu einem Gespräch eingeladen zu werden.

5 Schritte zu einem individuellen Anschreiben

  1. Auswertung der Stellenanzeige

Du hast ein für Dich interessant klingendes Jobangebot entdeckt? Dann solltest Du zunächst anhand der Anzeige prüfen, welche Anforderungen an den Bewerber gestellt werden. Dies kannst Du in der Regel aus den Formulierungen in der Anzeige ableiten. Basisanforderungen sind durch Formulierungen wie ‚unbedingt erforderlich’ ersichtlich, positive Zusatzqualifikationen werden oft mit ‚wünschenswert’ umschrieben. Schreibe Dir die fachlichen wie persönlichkeitsorientierten Anforderungen raus und schätze Dich zu jeder einzelnen Anforderung selbst ein (z.B. durch Plus- und Minuszeichen). Du solltest Dich nur bewerben, wenn Du dich in der Lage siehst, einen Großteil der Anforderungen zu erfüllen (als Berufsanfänger solltest Du Dich bspw. nicht unbedingt auf Anzeigen bewerben, in denen mehrjährige Berufserfahrung verlang wird). Als zweiten Schritt ist es wichtig, dass Sie sich zu jeder Anforderung ein Beispiel aus Studium, Praktikum oder Hobby überlegen, welches aufzeigt, dass Du die geforderte Eigenschaft mitbringst.

  1. Qualifizierung des Ansprechpartners

Falls die Anzeige schon älter ist oder kein klares Anforderungsprofil erkennbar ist, ist es empfehlenswert, sich telefonisch an die Personalabteilung zu wenden, um nähere Informationen zu erfragen. Hier solltest Du jedoch nicht unvorbereitet anrufen, denn es kann Dir passieren, dass Du Dich kurz in drei Sätzen vorstellen musst und diese Sätze sollten vorab gut überlegt sein, so dass Du den Ansprechpartner auch für dich gewinnen kannst. Frage unbedingt nach einem konkreten Ansprechpartner, an den Du die Bewerbungsunterlagen richten kannst (Name, Emailadresse, Durchwahl). Dies wirkt persönlicher und zeigt, dass Du Dich um eine gezielte Ansprache bemühst.

  1. Internetrecherche

Studiere im Vorfeld intensiv die Website des Unternehmens und sammele so viele Informationen wie möglich zum Produktangebot, zur Unternehmensgröße, zu den Herausforderungen, vor denen das Unternehmen in dem für Sie relevanten Unternehmensbereich stehen könnte etc. Sehr aufschlussreich ist hierzu meistens die Presse-Rubrik. Mache Dich auch mit den potentiellen Kunden und Wettbewerbern des Unternehmens vertraut.

  1. Struktur des Anschreibens

Wegen der Vielzahl von Bewerbern sind die Auswahlkriterien oft sehr hart – schon ein Rechtschreibfehler zu viel oder eine unglückliche Formulierung kann dazu führen, dass Ihre Bewerbung aussortiert wird. Gestalte Dein Anschreiben daher mit größter Sorgfalt und Konzentration! Das Anschreiben lässt sich grob in 5 Teile untergliedern: Briefkopf, Einleitung, Betreffzeile, Hauptteil, Schluss

  • Teil 1 – Briefkopf: Gib Deinem Bewerbungsdokument ein ansprechendes Layout und führe ähnlich wie auf dem Briefbogen eines Unternehmens alle Kontaktdaten zu Dir auf. Übernehme die Adressdaten des Unternehmens korrekt aus der Anzeige und füge noch den telefonisch erfragten Ansprechpartner ein.
  • Teil 2 – Betreffzeile: In der Betreffzeile solltest Du kurz und knapp aufzeigen, um was es in Deinem Anschreiben geht (Bewerbung um Position …, Ausschreibungsnummer …). Das Wort ‚Betreff’ wird aber nicht mehr hingeschrieben, sondern nur noch die konkrete Überschrift für das Anschreiben.
  • Teil 3 – Einleitung: In die Anrede schreibst Du den vorab indentifizierten Ansprechpartner (stelle sicher, dass Du die korrekte Schreibweise in Erfahrung gebracht hast!). Dann zeige kurz und knapp auf, für welche Position Du Dich bewerben willst und wie Du auf die Position aufmerksam geworden bist.
  • Teil 4 – Hauptteil: Jetzt zeige auf, dass Du verstanden hast, welche Anforderungen an Dich gestellt werden, und dass Du diesen auch mit Deinen fachlichen wie sozialen Kompetenzen gerecht werden kannst. Fassen also zum einen die Anforderungen mit Deinen Worten zusammen, zum anderen transferiere beispielhaft Deine Kompetenzen auf diese Anforderungen (wo hast Du bereits vergleichbare Aufgabenstellungen bewältigt?)

Des Weiteren muss aus diesem Teil klar hervorgehen, warum Du Dich gerade für dieses Unternehmen und diese konkrete Positionen interessierst. Auch hier ist Deine Kreativität gefragt. Hilfreich ist vorab ein kurzes Brainstorming zu Fragen wie, z.B.:

  • Was verbinde ich mit der Branche?
  • Das Unternehmen ist für mich der Inbegriff für?
  • Was macht das Unternehmen – ganz abstrakt formuliert?
  • Wofür ist das Unternehmen bekannt? Was fasziniert mich am Image/ an der Produktwelt/ an der Unternehmenskultur etc.?
  • Was davon deckt sich besonders mit meinen Interessen und Neigungen?

Je besser Du Dich vorab informiert hast, umso leichter wird Dir dieser Teil fallen. Gib dem Ansprechpartner im Personalbereich das Gefühl, dass das Unternehmen Deine erste Wahl wäre – auch wenn natürlich klar ist, dass Du Dich noch bei weiteren Unternehmen bewirbst.

  • Teil 5 – Schlussteil: Auch der Schlussteil hat es nochmals in sich. Oftmals hast Du nur noch Platz für 1-2 Sätze, in denen Du nochmal Dein ernsthaftes Interesse unterstreichen solltest. Fasse hier Deine wichtigsten Fähigkeiten und Eigenschaften kurz und knapp zusammen (warum bist gerade Du am besten für den Job geeignet?). Wenn in der Anzeige um eine Angabe zu den Gehaltsvorstellungen gebeten wird, so solltest Du hierauf eingehen. Dies kann als Stresstest gedacht sein, weil viele Bewerber sich ungern in dieser frühen Phase zum Gehalt äußern. Informiere Dich vorab via Internet oder Presse zu den durchschnittlichen Einstiegsgehältern für die angegebene Position. Vielleicht kannst Du auch in Erfahrung bringen, was das Unternehmen in der Regel für Einstiegspositionen zahlt. du kannst die Frage also bspw. mit folgenden Sätzen parieren: Das nach meinen Informationen branchenübliche Gehalt zwischen 32.000 – 35.000 Euro pro Jahr kann ich mir gut vorstellen. Verweise abschließend noch auf den nächsten Schritt (z.B. Ich freue mich, bald wieder von Ihnen zu hören, oder: über die Möglichkeit zu einem persönlichen Gespräch würde ich mich sehr freuen’) und unterschreibe dann per Hand das Anschreiben. Prüfe nochmals gründlich auf Rechtschreibfehler und Kommata. Sind alle Adressdaten des Unternehmens korrekt geschrieben? Ist Deine Bewerbung übersichtlich, aussagekräftig und individuell formuliert? Ist Dein Anschreiben nicht länger als eine Seite? Lasse den Text ggf. durch Ihre Freunde oder Eltern gegenprüfen, bevor Du Deine Bewerbung versendest. Sinnvoll ist es auch, die Bewerbung am nächsten Tag nochmals durchzulesen da hier meist nochmal die ein oder andere Formulierung anders wahrgenommen wird.

Nun sollte Deiner Bewerbung nichts mehr im Wege stehen.