Der Lebenslauf

Was in Ihrem CV nicht fehlen sollte

Der Lebenslauf dient in erster Linie dazu, einer fremden Person einen Überblick über die wichtigsten Stationen in Ihrem Leben zu geben. Achten Sie darauf, dass Sie Ihren CV (von lat. „curriculum vitae“) übersichtlich gestalten. Es gibt zwei Möglichkeiten, Ihren Lebenslauf zu gliedern: traditionelle Gliederung (chronologisch fortlaufend) und moderne amerikanische Gliederung (gegenchronologisch, beginnend mit der letzten Station im Leben). Beide Varianten können Sie verwenden, Sie sollten jedoch darauf achten, in welchem Land Sie sich bewerben (Standard der Leserfreundlichkeit der jeweiligen Nation beachten). Folgende Punkte sollten im Lebenslauf aufgeführt werden:

  • Persönliche Daten: Hier geben Sie Vor- und Zunamen, komplette Anschrift (wenn kein Deckblatt oder Briefkopf verwendet wird), Geburtsdatum und -ort, Familienstand (ggf. Anzahl der Kinder) und die Staatsangehörigkeit an. Angaben zur Religionszugehörigkeit, Anzahl der Geschwister und Berufe der Eltern können Sie weglassen.
  • Berufserfahrung: Haben Sie neben dem Studium gearbeitet, können Sie die zur Stellenausschreibung passenden Nebentätigkeiten als Berufserfahrung aufführen. Sie sollten jedoch auch einen Arbeitsnachweis (Zeugnis) von dem Arbeitgeber einfordern, wenn Sie diese Angabe in Ihrem Lebenslauf machen. Unsinnig ist die Erwähnung der Eisverkäufer-Tätigkeit, wenn Sie sich als Ingenieur bewerben.
  • Studium: Hier sind die Art der Hochschule, Studienort, Studienrichtung und Schwerpunkte des Studiums anzugeben. Sie können auch den betreuenden Professor Ihrer Schwerpunkte im Studium nennen. Führen Sie die im Ausland verbrachten Semester sowie die Abschlussarbeit, Aufbaustudium und Promotion gesondert auf. Haben Sie ein Studium abgebrochen, reicht es, die Dauer und das Fach anzugeben. Nennen Sie die genaue Anzahl der Semester.
  • Angaben zu Wehr- bzw. Zivildienst: Geben Sie an, wann und wo Sie im Einsatz waren. Sie können hier auch die erste Berufserfahrung nachweisen.
  • Berufsausbildung: Angabe der Ausbildungseinrichtung sowie Dauer sind hier ausreichend. Sie können unter den Daten noch die Abschlussart (z. B. IHK-geprüfter Mechatroniker) nennen.
  • Praktika: Die im Studium durchgeführten Praxissemester führen Sie mit Unternehmensnamen und den Arbeitsinhalten auf.
  • Schulausbildung: Nennen Sie hier Ihren Abschluss, auch Ihre Abiturnote. Zeigen Sie Ihren kompletten Bildungsweg auf, auch wenn Sie das Abitur auf dem zweiten Bildungsweg gemacht haben. Das zeigt Ihre Zielstrebigkeit.
  • Weiterbildung und Schulungen: Wenn Sie neben dem Studium verschiedene Workshops Ihrer Hochschule besucht haben (bspw. einen BWL-Kurs im Ingenieursstudium), dann können Sie diese in der Rubrik „Weiterbildung“ im Lebenslauf aufführen. Sie sollten dann die Nachweise (Zeugnis, Teilnahmebestätigung) ebenfalls in die Bewerbungsmappe aufnehmen. Wie immer gilt: Es sollte zur ausgeschriebenen Stelle passen.
  • Zusatzkenntnisse: In diese Rubrik gehören Angaben zu Ihren Fähigkeiten in den Bereichen EDV, Sprachen, weitere Kenntnisse wie Schweißtechniken, Elektroniker-Pässe etc. Allgemein sollten Sie eine Selbsteinschätzung Ihrer Fähigkeiten vermeiden. Sie können die Nachweise über Sprachtests in die Bewerbungsunterlagen aufnehmen.
  • Interessenschwerpunkte und Hobbys: Sportliche Aktivitäten, musikalische Ausrichtung (Instrument) können Sie in diesem Bereich des Lebenslaufs angeben. Jedoch sollten Sie gut überlegen, welche Hobbys Sie erwähnen, da daraus Rückschlüsse auf Ihre Persönlichkeit gezogen werden. Und die spielt (wie erwähnt) bei der Bewerberauswahl eine große Rolle. Sportarten mit einem hohen Verletzungsrisiko sollten Sie hier nicht angeben, da der potenzielle Arbeitgeber Sie aus Angst vor einem Arbeitsausfall ablehnen könnte.

Gestaltung und Schriftbild

Die Leserfreundlichkeit und Übersicht in Ihrem Lebenslauf können Sie durch Überschriften der verschiedenen Themen leichter darstellen. Versuchen Sie nicht, längere Zeiträume, in denen Sie keiner Beschäftigung oder (schulischen) Ausbildung nachgingen, durch eine unübersichtliche Gestaltung des Lebenslaufs zu kaschieren. Besser ist es, die Unebenheiten deutlich aufzuzeigen, um nicht den ganzen Lebenslauf zu verschlechtern. Das gilt allerdings nur für größere Lücken. Alle Zeitspannen, die kürzer als sechs Monate sind, sollten Sie als Bewerber unkommentiert lassen. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass Arbeitgeber zu so einem kurzen Zeitraum keine Nachfrage stellen. Schwieriger wird es bei längeren Auszeiten. Die meisten Personaler fordern hier eine Erklärung. Am korrektesten wäre es in diesem Fall, die Wahrheit anzugeben (beispielsweise einen einjährigen Klinikaufenthalt). Ob Sie dabei das Datum ausschreiben (z. B. 14.07.1990-30.09.1994) oder lediglich Monat und Jahr nennen (z. B. Juli 1990-September 1994 oder 10/1990-09/1994), ist Ihnen überlassen. Sie sollten sich aber direkt zu Beginn für eine Variante entscheiden. Ausnahme ist die Angabe des schulischen Werdegangs, hier reichen Angaben zu Monat und Jahr. Eine übersichtliche Darstellung ist wichtiger, als den Lebenslauf auf eine Seite zu quetschen. Als Hochschulabsolvent können Sie durchaus einen Lebenslauf mit zwei DIN-A-4-Seiten abgeben, wenn die angegebenen Stationen für die Stellenausschreibung wichtig sind. Vermeiden Sie bitte einen doppelseitig ausgedruckten Lebenslauf, da der Lesende immer blättern muss. Unterschreiben Sie Ihren Lebenslauf mit Vor- und Zunamen. Das signalisiert dem Leser, dass Sie den Lebenslauf nur für ihn geschrieben haben.

Das Datum und Telefonnummern richtig schreiben

Telefonnummern mit Vorwahl werden nicht mehr gegliedert. Auch die Klammern um die Vorwahlnummer fallen weg. Sie wird nur noch durch einen Leerschritt von der restlichen Telefonnummer abgesetzt (z. B. 02548 23548). Bei Durchwahlnummern fällt die zweistellige Gliederung weg. Die Durchwahlnummer wird lediglich mit einem Bindestrich abgetrennt. Es steht kein Leerschritt vor oder nach dem Bindestrich (z. B. 02548 23548-20). In Ihrem Anschreiben für ausländische Bewerbungen möchten Sie Ihre Telefon- und Faxnummern sicher so angeben, dass der Geschäftspartner Sie mühelos erreichen kann. Die Schreibweise ist ganz einfach. Orientieren Sie sich an den Empfehlungen zur Schreibweise von Telefonnummern: Stellen Sie für Deutschland ein Pluszeichen und eine 49 voran. Es entfällt dann die 0 der Vorwahl (z. B. +49 30 588459-258). Vor ein paar Jahren war es „schick“ und korrekt, das Datum so zu schreiben: 2010-11-04. Das ist dann der 4. November 2010. Diese Schreibweise ist nach wie vor korrekt. Aber sie ist nicht sonderlich praktikabel, so viel ist sicher. Grundlage für diese Schreibweise ist die internationale Norm DIN EN 28601. Doch wer beispielsweise mit Amerikanern korrespondiert, muss schnell feststellen, dass diese den 4. November 2010 so schreiben: 2010-04-11. Missverständnisse sind vorprogrammiert. Neben der internationalen Schreibweise sind laut DIN 5008 noch viele andere Schreibweisen erlaubt.

Checkliste Lebenslauf:

  • Weist der Lebenslauf keine größeren Lücken auf?
  • Sind die Angaben zu ehemaligen Arbeitgebern und Praktika vollständig?
  • Sind Sie unter der angegebenen Handynummer erreichbar?
  • Umfasst der Lebenlauf maximal zwei Seiten?

Das Fähigkeitsprofil

Diese Art der Personenbeschreibung wird nicht häufig genutzt, bietet Ihnen aber die Möglichkeit, sich von Mitbewerbern abzuheben und deutlich Ihre Fähigkeiten und speziellen Kenntnisse aufzuzeigen. So können Sie auch auf die in der Stellenausschreibung geforderten Eigenschaften und/oder Kenntnisse im Speziellen eingehen. Für diese Informationen (benutzen Sie ein Zusatzblatt) brauchen Sie keine Zeugnisse oder Nachweise. Es ist wichtig, dass Sie eine realistische Einschätzung Ihrer Person abgeben. Nichts ist schlimmer, als wenn im Vorstellungsgespräch das beschriebene Bild in sich zusammenfällt. Hier unterstützt Sie auch die Selbstanalyse. Achten Sie bitte darauf, dass Ihre Aussagen nicht Ihren Zeugnissen widersprechen.