Lerntechniken

Lerntechniken

Lernen ist immer auch eine Frage der Disziplin. Wer kontinuierlich dran bleibt, der wird kurz vor der Klausurenphase nicht von einem riesigen Stapel an Pflichtlektüre überrascht. Unsere Tipps zum effektiven Lernen:

Dran bleiben

Schiebe die Nachbereitung der Vorlesung nicht auf bis zur Klausurenphase, sondern fasse nach jeder Vorlesung die wichtigsten Inhalte zusammen. Zur Nachbereitung gehört ebenfalls das zeitnahe Durcharbeiten der Pflichtlektüre. Die Ergebnisse kannst Du dann gleich in Ihre Zusammenfassung mit aufnehmen. Es empfiehlt sich, die Zusammenfassung in elektronischer Form zu erstellen. Auf diese Weise vermeidest Du lose Blattsammlungen und falls Dir mal ein Ausdruck verloren geht, kannst Du diesen umgehen reproduzieren. Kopiere Dir rechtzeitig alle für die Prüfungen relevanten Texte und Skripte, so dass Du hierfür später nicht unnötig Zeit verlierst. Bringe all Deine Dokumente in eine gewisse Struktur, streiche die wichtigsten Aussagen farbig an, so dass Du Dich auch einige Monate später noch schnell darin zurechtfinden kannst. Mit einbisschen Selbstdisziplin kannst Du plötzliche Panik kurz vor der Klausurenphase in jedem Fall vermeiden. Durch Effektives Lernen kann eine Prüfungsangst auch überwunden werden.

Lernen in Gruppen

Nutzen die Gelegenheit und setze Dich mit anderen Kommilitonen zusammen, um eine gemeinsame konzentrierte Prüfungsvorbereitung durchzuführen. Hierbei handelt es sich natürlich nicht um ein ‚Kaffeekränzchen’, dies solltet ihr nach der Prüfung nachholen. Das Lernen in Gruppen bringt Dir viele Vorteile.

  • gegenseitige Motivation
  • Gemeinsam Wissen auf die Probe stellen, in dem Du anderen bestimmte Sachverhalten erklärst
  • Du kannst Dich mit anderen aufteilen und gemeinsam eine Literaturzusammenfassung mit wesentlich weniger Zeitaufwand erstellen
  • Andere Mitglieder der Lerngruppe können Deine Sachverhalte erklären, die Du vielleicht zu hause im stillen Kämmerlein nicht verstanden hättest
  • Regelmäßige Treffen geben Dir Struktur, so dass Du kontinuierlich dran bleibst
  • Du fühlst Dich nicht allein mit der Prüfungsvorbereitung, denn Deine ganze Lerngruppe hat dasselbe Ziel wie Du

Wiederholung ist Trumpf

Das, was Du gerade gelernt hast wiederholst Du zuerst nach 10 Minuten, dann nach einer Stunde, dann nach 3 Stunden. Halte diesen Rhythmus ein, dann befindet sich Dein Gehirn jedes Mal automatisch auf dem Höhepunkt seiner Erinnerungsfähigkeit und erspart Dir frustrierende Augenblicke. Danach wiederholst Du den gelernten Stoff in der ersten Woche nach einem Tag, dann nach drei Tagen und in der darauffolgenden Woche noch zweimal – Du kannst Dich darauf verlassen, dass das Gelernte dann sitzt. Wenn Du eine mathematisch orientierte Prüfung vor Dir  hast, dann ist es wichtig, dass Du so viele Aufgaben wie möglich durchrechnest. Denn durch die mehrfache Wiederholung wirst Du immer vertrauter mit der Methodik und kannst verschiedenste Anwendungsfälle durchspielen, so dass Du in Deiner Prüfung keine ‚bösen’ Überraschungen mehr erlebst.

Lernen im Biorhytmus

Erkenne und nutze Deine beste Tageszeit für geistige Höchstleistungen. Zu welcher Tageszeit fühlst Du Dich besonders entspannt und fit im Kopf, wann nimmst Du eher Leistungstiefs war? Während Du in den Hochphasen sehr anspruchsvolle Aufgaben vornehmen kannst, solltest Du in den Tiefphasen eher Routinearbeiten erledigen. Lerne z.B. geschichtliche Fächer oder Vokabeln ab ca. 17.00 Uhr, hier ist Dein Langzeitgedächtnis am besten. Kurz vor dem Schlafen alles noch mal aufmerksam durchlesen und danach das Licht ausmachen. So kann das Gelernte nachts gut verarbeitet werden und wird nicht von anderen Reizen überdeckt. Späten Fernsehgenuss solltest Du auf jeden Fall vermeiden da hier das gelernte wieder überschrieben wird!

Mindmapping

Visualisieren Dir komplexe Zusammenhänge in Form von MindMaps. Auf diese Weise kannst Du Dir sehr gut bestimmte Strukturen (aus Ober- und Unterbegriffen) einprägen, denn Dein Gehirn denkt bekanntlich in Bildern und kann diese besonders schnell abrufen. MindMaps entlasten das Gedächtnis, so dass Du noch genug Energie hast, die jeweiligen Unterpunkte zur Grobstruktur auswendig zu lernen.

Merken in Bildern

Bringe Deine Lerninhalte mit bestimmten Assoziation in Verbindung, die sich Dein Gedächtnis leichter merken kann. Wenn Du Dir bspw. eine bestimmte Reihenfolge merken musst, dann kannst Du dazu Deinen Weg zur Hochschule als Basis nehmen. Verbinden jeden Ort auf dem Weg mit einem der zu lernenden Begriffe. Eine andere Methodik wäre das Ausdenken einer Geschichte, in der die zu lernenden Begriffe vorkommen. Wenn Du Dir bestimmte Zahlen merken willst, dann kannst Du jeweils einen Gegenstand in ähnlicher Form dazu denken (z.B. 1 = Stift, 2 = Schwan). Bei Fachbegriffen sind ähnlich klingende Worte sehr hilfreich, hier ist Deine Kreativität gefordert. Hier ein Beispiel. Nehmen wir an, Du musst Dir folgenden Satz merken:

„Sowohl der Musculus sternocleidomastoideus als auch der Musculus trapezius werden vom Nervus accessorius innerviert.“

Zu sternoccleidomastoideius kommt Dir vielleicht die Assoziation ‚Frau im Sternenkleid’. Für ‚trapezius’ liegt die Assoziation mit Trapez nahe. Als Bild merken Sie sich einfach eine Frau im Sternenkleid, die auf einem Trapez durch die Luft schwingt.

Unser Buch-Tipp: ‚Nichts vergessen!’  von Tony Buzan ISBN: 3442103851