Tipps für die Präsentation

Im Studium wie im späteren Berufsleben müssen Sie häufig Ihre Arbeitsergebnisse überzeugend präsentieren, um sich erfolgreich gegen andere Mitstreiter durchzusetzen. Allein mit dem Aufklappen Ihres neusten Laptops werden Sie aber wenig punkten. Ebenso wenig mit einer völlig überladenen Slide-Show. Worauf es wirklich ankommt und wie Sie die Vortragssituation erfolgreich meistern können, lesen Sie im folgenden Beitrag.

Die Vorbereitung

  • Ziele & Publikum: Machen Sie sich bevor Sie mit der Folienentwicklung beginnen erst mal klar, welches Ziel Sie mit der Präsentation genau verfolgen und mit welcher Erwartungshaltung Ihr Publikum in den Vortrag gehen wird.
  • Struktur: Überlegen Sie sich eine sinnvolle Struktur für die Präsentation (Einleitung, Hauptteil mit Ihre Arbeitsergebnissen oder Ihren Argumenten und Ihren Lösungsvorschlägen, Schlussteil)
  • Sammeln Sie anschauliches Bildmaterial zur Auflockerung Ihrer Präsentation

Tipps für die Foliengestaltung in PowerPoint

  • Folienanzahl: Kalkulieren Sie als Faustregel etwa 2 Minuten Redezeit pro Folie ein. Für einen halbstündigen Vortrag erstellen Sie also maximal 15 Folien.

Die einzelnen Folien sollen visualisieren und Ihren Vortrag ergänzen, nicht etwa ersetzen.

  • Layout: wählen Sie für die Präsentation ein dezentes, einheitliches Layout aus und gestalten Sie ein Deckblatt (testen Sie vorab, wie die Farbgebung über den Beamer projiziert wirkt – oftmals ist die Schrift auf farbigem Hintergrund nicht mehr lesbar!)
  • Struktur: als Strukturhilfen für Sie als Redner und auch für Ihr Publikum sollten Sie unbedingt eine Agenda einbauen, die zur Einführung jedes neuen Punktes wieder angezeigt wird. Geben Sie Ihren einzelnen Folien zudem klare, prägnante Überschriften.
  • Folientext: Schreiben Sie auf Ihre Folien keinen ganzen Roman, den Sie dann später monoton ablesen, sondern eher Stichworte (z.B. als Bullet Points). Prüfen Sie, ob Ihre Schriftgröße auch aus der Ferne noch gut lesbar ist (mind. 12).

Versehen Sie Ihre Folien jeweils mit einer Schlussfolgerung, welche zugleich die Überleitung zur nächsten Folie bildet. Arbeiten Sie zur Verdeutlichung auch mit Pfeilen oder ähnlichem.

  • Grafiken & Bilder: Bilder und Grafiken sind ein gutes Mittel, um Ihre Präsentation aufzulockern oder bestimmte Sachverhalte einfach aufzuzeigen. Überladen Sie Ihre Folien jedoch nicht, sondern beschränken Sie sich auf das wesentliche. Grafiken sollten immer erklärt werden und eine Quellenangabe aufweisen.
  • Animation: verzichten Sie auf eine übermäßige Animation Ihrer Folien. Lassen Sie nicht jeden Bullet Point automatisch reinfahren und auch nicht jeden Grafik-balken‚einfliegen’. Dies wirkt ermüdend auf den Zuschauer.

Die Präsentation – Ihr großer Auftritt

  • Mit Ihren Folien sind Sie nun gut gerüstet für Ihren Vortrag. Jetzt kommt es darauf an, die Inhalte auch lebendig und überzeugend rüberzubringen.
  • Gehen Sie Ihre Folien mehrfach laut durch, so dass Sie die jeweiligen Inhalten und die Struktur bestens kennen und genau wissen, welche Folie als nächstes kommt.
  • Planen Sie genug Zeit ein, um sich vorab mit den technischen Begebenheiten vertraut zu machen. Testen Sie nochmals wie Ihre Präsentation mit dem Beamer projiziert wirkt.

Auf diese Weise verlieren Sie zu Beginn der Präsentation nicht unnötig Zeit, was Ihr Publikum schon kritisch stimmen könnte, bevor Sie überhaupt angefangen haben. Konzentrieren Sie sich nun voll und ganz auf Ihre Selbstdarstellung.

 

10 Regeln für eine powervolle Präsentation

  • Sie gewinnen Ihr Publikum am ehesten für sich, wenn die Präsentation unterhaltend, anregend und informativ
    • Eröffnen Sie Ihren Vortrag z.B. mit einem kurzen, witzigen Video Clip, einem passenden Zitat, überzeichneten Aussagen o.ä. – die Mienen Ihres Publikums werden sich schnell entspannen und Sie haben die Lacher auf Ihrer Seite.
    • Bauen Sie zur Überleitung mehrfach (rhetorische) Fragen ein
    • Stellen Sie Fragen an das Publikum (z.B. kennen Sie auch Situation xy?, was fällt Ihnen zu xy ein etc.) – ‚ein Mensch, vor eine Frage gestellt, denkt nach’
    • Beziehen Sie Ihr Publikum mit ein. Schauen Sie nicht an die Wand oder auf Ihren Laptop, sondern zum Publikum (sie kennen die Folien ja schließlich schon). Reines Ablesen der Folien ist absolut tabu.
  • Strahlen Sie Fachkompetenz aus – verwenden Sie Fachbegriffe, schmücken Sie Ihren Vortrag mit Adjektiven, zeigen Sie inhaltlich auf, was Sie alles vorab untersucht haben etc.
  • Sie geben Ihrem Vortrag auch optisch eine gewisse Dynamik, wenn Sie z.B. bei Aufzählungen jeweils kurz mit einem Stift auf die einzelnen Punkte zeigen. Sie können mit Ihren Gestiken auch gut Ihre Schlussfolgerungen unterstreichen.
  • Mut zur Pause: geben Sie Ihren Zuhörern etwas Zeit, die Folie zu studieren, bevor Sie mit Ihren Ausführungen beginnen. Pausen helfen Ihnen zudem in kurzen Sätzen zu sprechen. So bleiben Sie klar und nachvollziehbar. Bedenken Sie immer, dass Ihr Publikum nicht so vertraut mit Ihrem Vortragsthema ist wie Sie und Ihre Gedanken erst einmal nachvollziehen möchte.
  • Sprechen Sie bewusst langsam und Vor einem Vortrag steigt gewöhnlich die Nervosität, dies verleitet dazu, besonders schnell zu sprechen, damit man den Vortrag möglichst schnell hinter sich hat. Bremsen Sie sich im Sprechtempo, denn sonst wird Ihre Botschaft wohl möglich verschluckt und Ihr Publikum schaltet vorzeitig ab.
  • Werden Sie laut: in einer Präsentation sollten Sie grundsätzlich um die Hälfte lauter sprechen als normal, sonst wirkt Ihr Vortrag zu piepsig und damit inkompetent.
  • Gib mir Drama: sehen Sie Ihre Präsentation als eine Inszenierung. Unterstreichen Sie Ihre wichtigsten Thesen, in dem Sie bewusst noch langsamer und/oder noch lauter sprechen. Klingen Sie mal ernst, mal beschwingt, je nachdem, was Sie gerade rüberbringen wollen. Vermeiden Sie um jeden Preis Monotonie, denn diese endet in Langeweile.

Kleine Hilfe: stellen Sie sich vor, in Ihrem Vortrag sitzen nur Blinde, die Ihre Folien nicht sehen können. Betonen Sie also ganz gezielt Ihre Aussagen, so dass man Ihnen auch ohne die Folien gut folgen kann.

  • Spreche frei: da Sie ja gut mit den Folieninhalten vertraut sind, können Sie Ihre Ausführungen auch frei vortragen. Wenn Sie Angst haben, den Faden zu verlieren, dann können Sie sich zusätzlich mit kleinen Karteikarten bewaffnen. Halten Sie aber unbedingt Augenkontakt zu Ihrem Publikum, statt sich hinter den Karten oder dem Laptop zu ‚verschanzen’.
  • Black out überleben: wenn Sie einen solchen haben, dann ist Ihre Präsentation nicht gleich hinüber. Sammeln Sie sich kurz und fahren Sie dann fort. Gut überspielen können Sie den Black out auch, indem Sie einfach sagen ‚und nun weiter zum nächsten Bild’. Ihrem Publikum wird es nicht auffallen, wenn Sie nicht alle Punkte ausführen, die Sie sich ursprünglich zu Ihrer Folie überlegt hatten. Nur Sie kennen Ihre Präsentation und können diese flexibel abwandeln.
  • Wenn Sie in Zeitdruck geraten, dann bringen Sie Ihre Präsentation dennoch halbwegs in Ruhe zu Ende. Überspringen Sie eine weniger wichtige Folie und fassen Sie Ihre Ergebnisse nochmals in 2 abschließenden Sätzen zusammen.

Bedanken Sie sich bei Ihren Zuhörern in jedem Fall für die Aufmerksamkeit. Bereiten Sie sich also in jedem Fall frühzeitig auf Ihre Präsentation vor. Weniger geübte Redner sollten sich nicht zu viel vornehmen, beschränken Sie sich bspw. zunächst auf 2-3 Regeln, die Sie in jedem Fall beachten wollen. Studiere Sie Ihre Präsentation vorab laut ein, so dass Sie trainieren, flüssig zu sprechen. Vielleicht kann ein Freund zuhören und Ihnen Feedback geben. Sie können sich auch filmen und dann anschließend analysieren, wie Sie Ihre Gestik und Mimik oder Ihre Betonungen noch weiter optimieren können. Sicher gibt es einige Bücher zum Thema Präsentationstechniken, die hier aufgeführt werden könnten. Übung macht bekanntlich jedoch den Meister. Empfehlenswert ist daher in jedem Fall ein Präsentationstraining in einer Gruppe. Nutzen Sie ruhig auch mal private Anlässe wie z.B. Geburtstage oder Hochzeiten als Trainingssituation. So sind Sie gut gewappnet, wenn’s drauf ankommt.

It’s your show time! Now!