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Warum eine Studienfinanzierung?

Warum eine Studienfinanzierung?

Ein Hochschulstudium kostet sehr viel Geld. Der „typische Student“ benötigte im Jahr 2009 monatlich 812 € zur Finanzierung seines Studiums.

Der größte Teil dieses Betrags (ca. 52 %) wird nach wie vor durch die Eltern beigesteuert, gefolgt vom eigenen Verdienst (ca. 24 %) aus Tätigkeiten während des Studiums. Für diese, häufig fachfremden Tätigkeiten verwendet der Student fast ein Fünftel seines gesamten wöchentlichen Zeitbudgets.  Anders ausgedrückt: Durch die Notwendigkeit zur Erwerbstätigkeit verläuft das Studium wesentlich langsamer und weniger zielgerichtet, als wenn es keine „finanzielle Lücke“ geben würde. Der hohe Finanzierungsanteil der Eltern wirft eine Reihe von sozialpolitischen Fragen auf, die auch von der BAföG-Finanzierung nicht abschließend beantwortet werden. Nur etwa 23 % aller Hochschulstudenten erhalten eine BAföG-Finanzierung- davon erhalten rund 47 % eine Vollförderung. Das bedeutet, dass nur rund 10 % aller Studierenden den BAföG-Höchstbetrag erhalten. BAföG bleibt also eine Lückenfinanzierung für einige wenige, basierend auf dem sozialpolitischen Aspekt der „Bedürftigkeit“ eines Studenten.

Allgemeine Studiengebühren

Durch die Einführung allgemeiner Studiengebühren in Höhe von 500 € pro Semester in mehreren Bundesländern erhöhen sich die Gesamtkosten eines Studiums nochmals deutlich. Aber Studieren wird auch durch gestiegene Anforderungen des Arbeitsmarktes an Absolventen teurer. In bestimmten Studiengängen findet kein Absolvent attraktive Einstiegspositionen, wenn nicht während des Studiums zum Beispiel Auslandserfahrungen durch Studium und Praktika gesammelt wurden. Ein Studienjahr im Ausland kostet jedoch leicht 10.000 € oder mehr: Studiengebühren an ausländischen Hochschulen, erhöhte Lebenshaltungskosten und Reisekosten summieren sich. Darüber hinaus ist es häufig erforderlich, wertvolle Fachpraktika zu absolvieren, die den Studienverlauf zwar fördern – aber schlecht oder gar nicht bezahlt sind. Auch dies muss finanziert werden.

Studieren wird teurer

Studieren wird also in den nächsten Jahren tendenziell noch teurer in Deutschland. Der heute schon sehr hohe finanzielle Anteil der Eltern kann nicht beliebig gesteigert werden – insbesondere dann nicht, wenn die Qualifizierung breiter Schichten und nicht nur die Kinder wohlhabender Eltern als gesellschaftliches Ziel gelten soll. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, für die Studienfinanzierung eine neue Basis zu schaffen. Dies gilt umso stärker, wenn berücksichtig wird, dass in den nächsten Jahren nicht weniger, sonder mehr Absolventen benötigt werden – zu befürchten ist ein „heftiger“ und „dauerhafter“ Fachkräftemangel. Daraus folgt, dass die Studienbedingungen für alle verbessert werden müssen. Schon kurz nach dem Verfassungsgerichtsurteil zur Frage der Rechtmäßigkeit allgemeiner Studiengebühren vom Januar 2005 hat sich deshalb in Deutschland eine Reihe von staatlichen und privaten Finanzierungsmöglichkeiten entwickelt. Im Kern bieten diese Konzepte die Möglichkeit, studienbedingte Kosten (Lebenshaltungskosten, Studiengebühren, Einmalaufwendungen) zu finanzieren, um die Investition in die eigene Ausbildung, und damit die eigene Zukunft, zu ermöglichen.

Was ist eine Studienfinanzierung?

„Studienfinanzierung“ ist ein Teilaspekt von Bildungsförderung und bedeutet insofern weit mehr als nur eine Finanzdienstleistung. Die Investition in ein Studium, in die eigene Zukunft, verspricht erst dann maximalen Nutzen, wenn neben optimalen finanziellen Rahmenbedingungen auch weitere Förderungen (z. B. gezielte Aus- und Weiterbildungsangebote, Trainings, Coachings etc. als flankierende Maßnahmen) die Berufs- und Karrierechancen verbessern. Dies ist ein völlig anderer Ansatz. Er hat nicht den Finanzdienstleistungscharakter der Studienfinanzierung, sondern den Fördergedanken als Kern. Deshalb verwundert es nicht, dass bereits lange vor dem o. g. Urteil hierzu Angebote auf den Markt kamen und zwar in Form von sog. „Bildungsfonds“ (auch „Studienfonds“ genannt). Hierbei handelt es sich um einkommensabhängige Studienfinanzierungskonzepte, bei denen neben der Finanzierung sämtlicher Kosten auch weitere berufs- und karrierefördernde Maßnahmen treten.

 

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