Sieben Faktoren für ein hohes Einstiegsgehalt

Sieben Faktoren für ein hohes Einstiegsgehalt

Die meisten Hochschulabsolventen gehören zu den bestbezahlten Berufsanfängern, wenn sie ihre erste Stelle antreten. Sieben Faktoren sind maßgeblich für die Höhe ihres ersten Gehalts.


Von Michael Vogel

Faktor 1: Studienrichtung

Naturwissenschaftler, Ingenieure, Juristen und Wirtschaftswissenschaftler erzielen für gewöhnlich höhere Einstiegsgehälter als Geistes- und Sozialwissenschaftler. Das kann laut der Vergütungsberatung Personalmarkt auf Bachelor-Niveau zwischen einem Betriebswirtschaftler und einem Geisteswissenschaftler schon mal durchschnittlich 20 Prozent ausmachen. Auf Master-Niveau liegen Natur- und Geisteswissenschaftler im Durchschnitt noch weiter auseinander: um 30 Prozent.

Faktor 2: Erreichter Abschluss

Auch wenn mancher gelegentlich daran zweifelt, weil er andere Erfahrungen gemacht hat – noch immer gilt in der Mehrheit der Fälle: je höher der Abschluss, desto höher das Anfangsgehalt. Laut einer Untersuchung der Vergütungsberatung Personalmarkt gibt es zwischen Bachelor- und Master-Absolventen im Durchschnitt einen Unterschied zwischen neun Prozent und 38 Prozent beim Jahresgehalt. Besonders krass fallen die Unterschiede in den naturwissenschaftlichen Berufsbildern aus, am wenigsten bei Ingenieuren und Geisteswissenschaftlern.

Forscher des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung haben modellhaft errechnet, dass über das gesamte Erwerbsleben betrachtet, der durchschnittliche Lebensverdienst eines Beschäftigten ohne Berufsbildung und eines Beschäftigten mit Hochschulabschluss um fast 1,2 Millionen Euroauseinanderliegen. Obwohl ein Student erst sehr viel später ins Berufsleben einsteigt, macht sich seine Qualifikation also bezahlt.

Der Vollständigkeit halber sei jedoch auch erwähnt: Es gibt Studien, die keine nennenswerten Unterschiede zwischen den Einstiegsgehältern von Bachelor- und Master-Absolventen feststellen konnten.

Faktor 3: Tätigkeitsbereich

Es ergibt auch finanziell einen Unterschied, ob man in Forschung & Entwicklung oder im Personalwesen seine erste Stelle findet. Laut einer Studie der Personalvermittlung Alma Mater sind die bestbezahlten Einstiegsjobs für Akademiker in Fertigung, Forschung & Entwicklung und Einkauf zu finden. Am unteren Ende rangieren Marketing und Personalwesen.

Die Unterschiede zwischen den Tätigkeitsbereichen belaufen sich im Median auf zehn bis zwölf Prozent. (Im Median liegt die Hälfte der Werte unterhalb, die andere Hälfte oberhalb des Wertes.) Besonders starke Streuungen innerhalb eines Tätigkeitsbereiches gibt es laut Alma Mater übrigens im Marketing und – wenig überraschend – bei Traineestellen.

Faktor 4: Standort

Grob gesagt gilt: beim Gehalt gibt es ein Süd-Nord- und ein West-Ost-Gefälle. Laut einer Studie der Personalvermittlung Alma Mater steigen Akademiker in Baden-Württemberg und Hessen mit den höchsten Gehältern ins Berufsleben ein – jeweils rund 49.100 Euro im Durchschnitt. Dicht dahinter folgt Bayern mit rund 48.600 Euro.

Am anderen Ende des Ranking liegen die Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern (34.200 Euro) und Sachsen-Anhalt (34.600 Euro). In den einzelnen Ländern gibt es zudem regionale Unterschiede. Ob man sich als Berufsanfänger über das nominell höhere Einkommen tatsächlich freuen kann, ist jedoch fraglich: Dort, wo mehr gezahlt wird, sind für gewöhnlich auch die Lebenshaltungskosten spürbar höher.

Faktor 5: Branche

In manchen Branchen „steckt mehr Geld“ als in anderen. Das wirkt sich auch auf die Einstiegsgehälter aus. Besonders gut zahlen Luft- und Raumfahrtindustrie, der Maschinen- und Anlagenbau, Automobil- und Chemieindustrie, Elektrotechnik, Banken und Versicherungen.

Eher mau sieht es bei den Einstiegsgehältern in den Bereichen Tourismus, Werbung und Medien aus. Die Unterschiede beim Jahreseinkommen liegen laut der Personalvermittlung Alma Mater und der Vergütungsberatung Personalmarkt in Größenordnungen zwischen 10.000 und 17.000 Euro.

Faktor 6: Unternehmensgröße

Je größer das Unternehmen, desto höher die Gehälter – und damit auch die Einstiegsgehälter. Die Personalvermittlung Alma Mater beziffert den Unterschied im Jahreseinstiegsgehalt zwischen einem Unternehmen mit weniger als zehn Mitarbeitern und einem Unternehmen mit mehr als 5000 Mitarbeitern auf durchschnittlich über 20 Prozent. Die Differenz sinkt erst auf wenige Prozent, wenn die Unternehmensgröße die Schwelle von 500 oder 1000 Beschäftigten überschritten hat.

Faktor 7: Tarifbindung

Gehört ein Unternehmen einem Tarifvertrag an, so ist das in der Tendenz ein Indikator für höhere Gehälter – und damit auch höhere Einstiegsgehälter. Das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut der Hans-Böckler-Stiftung hat im Jahr 2011 am Beispiel der Ingenieure ermittelt, wie stark sich eine Tarifbindung auswirkt. In der Elektronik verdienten Ingenieure in tarifgebundenen Unternehmen demnach zwölf Prozent mehr als ihre Kollegen, die in Betrieben ohne Tarifbindung arbeiteten.

Die IG Metall beziffert in ihrer Entgeltanalyse für die Informations- und Kommunikationstechnologiebranche die jährliche Gehaltssteigerung für das Jahr 2013 auf durchschnittlich 3,3 Prozent in tarifgebundenen Betrieben und auf durchschnittlich 2,4 Prozent für nicht tariflich geregelte Arbeitsverhältnisse.

 

http://karriere-journal.monster.de/Geld-Gehalt/Gehaltsverhandlung/sieben-faktoren-hohes-einstiegsgehalt/article.aspx