Studium finanzieren mit BAföG

staatliche Förderung Studienfinanzierung

BAföG

Bafög gilt als Grundfinanzierung des Studiums. Obwohl viele Eltern ihren Kindern die beste Ausbildung ermöglichen wollen, scheitert die Finanzierung vom Studium häufig am zu geringen Einkommen der Eltern. Der Staat bietet diesen Studienanwärten und Studierende während Ihrem Studium eine Basisfinanzierung an.

BAföG

Mit dem Bundesgesetz über die individuelle Förderung der Ausbildung wird intendiert, auch denjenigen eine Ausbildung bzw. ein Studium zu ermöglichen, deren Familien nicht in der Lage sind, dieses allein zu finanzieren. In solchen Fällen stellt der Staat den Studierenden die für den Lebensunterhalt notwendigen Mittel nach dem im BAföG festgelegten Bedarfsätzen ganz oder teilweise zu Verfügung. In welchem Umfang gefördert wird, richtet sich nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der unterhaltspflichtigen Eltern. Diese wird in den im BAföG festgelegten Konditionen für jeden Einzelfall ermittelt. Kann gegenüber der Eltern kein Anspruch auf Ausbildungsunterhalt mehr geltend gemacht werden, offeriert das BAföG die Möglichkeit der elternunabhängigen Förderung. In solchen Fällen bleibt die Einkommenssituation im Elternhaus bei der Feststellung der Bedürftigkeit der Studierenden unberücksichtigt. Der den Studierenden zur Verfügung gestellte Förderungsbetrag wird im Normalfall, d. h. für den durch das Gesetz festgelegten Förderungszeitraum, jeweils zur Hälfte als Zuschuss und zinsloses Darlehen gewährt. Der  Darlehensbetrag wird allerdings gekappt, sollte die Obergrenze von 10.000 € überschritten werden. Außerdem besteht  die Möglichkeit, über die Förderungshöchstdauer hinaus gefördert zu werden, soweit im Gesetz festgelegte Sachverhalte zutreffen.

Erwartungsgemäß differiert die BAföG Quote in Abhängigkeit von der sozialen Herkunft der Studierenden erheblich. Von allen Studierenden der Herkunftsgruppe „niedrig“ werden 2009 rd. 41 % nach dem BAföG gefördert. Mit steigender sozialer Herkunft verringert sich diese Quote bis auf knapp 11 % bei den Studierenden der Herkunftsgruppe „hoch“.  Verglichen mit den entsprechenden Quoten im Jahre 2006, ist, ausgenommen die Herkunftsgruppe „gehoben“, ein Rückgang der nach der Standard-Methode berechneten Gefördertenquoten festzustellen.
BAföG-Quote

Unterschieden nach den Hochschularten wird auch 2009 an den Fachhochschulen mit 27 % ein größerer Anteil der Studierenden nach dem BAföG gefördert als an den Universitäten mit 21 %. Dieser Unterschied ist vor allem damit zu erklären, dass sich die Klientel der Fachhochschulen nach der sozialen Herkunft anders zusammensetzt  als die der Universitäten. Der Abstand zwischen den BAföG-Quoten hat sich allerdings seit 2000 kontinuierlich verringert. Diese Entwicklung ist sowohl auf der Basis der BAföG-Quote nach der Standard-Methode als auch der Quote unter den Studieren- den in den ersten sechs Hochschulsemestern festzustellen. Im Unterschied zur BAföG-Quote nach der Standard-Methode verdeutlicht die Gefördertenquote unter den Studierenden in den ersten sechs Hochschulsemestern, dass unter den „jüngeren“ Studierenden der Abstand zwischen den BAföG-Quoten der beiden Hochschularten deutlich geringer ist. Außerdem ist festzustellen, dass sich in den ersten sechs Hochschulsemestern der Gefördertenanteil an den Universitäten gegenüber 2006 leicht erhöht hat, an den Fachhochschulen hingegen ein leichter Rückgang zu verzeichnen ist.
BAföG-Förderung

Im Normalfall wird die BAföG-Förderung zur Hälfte als Zuschuss und zur Hälfte als unverzinsliches Darlehen gewährt. Darüber hinaus gibt es eine reine Zuschussförderung, die dann geleistet wird, wenn infolge einer Behinderung, Schwangerschaft oder der Pflege und Erziehung eines bis zehnjährigen Kindes die Förderungshöchstdauer überschritten wird. Außerdem besteht die Möglichkeit, in bestimmten Fällen auch nach Überschreiten der Förderungshöchstdauer, beispielsweise als Hilfe zum Studienabschluss, BAföG zu beziehen. Allerdings wird die Förderung dann als verzinsliches Darlehen der KfW Bankengruppe gewährt. Die reine Zuschussförderung und die Unterstützung durch ein verzinsliches Darlehen sind die Ausnahme

Hier springt der Staat mit Bafög ein. Ziel des BAföG ist es jedem jungen Menschen eine Ausbildung zu ermöglichen, die seinen Interessen und Fähigkeiten entspricht. Es soll eine Chancengleichheit im Bildungswesen sowie eine Mobilisierung von Bildungsreserven in den einkommensschwächeren Bevölkerungsschichten erhöhen.

Anforderung an einen Stipendiaten

Ob deine Ausbildung gefördert werden kann, ist im wesentlichen von 3 Fragen abhängig:

Ist deine Ausbildung förderungsfähig?

Erfüllst du die persönlichen Förderungsvoraussetzungen?

Niedriges Einkommen?

Übersteigt der Ausbildungsbedarf dein eigenes Einkommen und Vermögen sowie das Einkommen deines Ehegatten und deiner Eltern?

BAföG Details auf einen Blick

Beste Bildung

Was du hinsichtlich Deiner Bafög-Förderung zu deinem Job oder Praktikum beachten musst

Bafög und Praktikum

Schreibt die Studienordnung ein Praktikum verpflichtend vor, wird dir während des Praktikums weiter regulär das BAföG gezahlt. Dies gilt auch, wenn du vor Aufnahme deines Studiums ein Vorpraktikum als Vorrausetzung für die Zulassung zum Studiengang ableisten musst. Ein Pflichtpraktikum im Ausland wird wie ein Auslandsstudium gefördert. Das Entgelt aus einem Pflichtpraktikum wird direkt auf deinen BAföG Anspruch angerechnet. Demnach wird dir kein Freibetrag wie bei Nebenjobs gewährt. Unter Umständen kann, je nach Höhe des Geldbetrages, dein Anspruch auf BAföG in den Praktikumsmonaten entfallen. Freiwillige Praktika haben keinen Einfluss auf deinen BAföG Anspruch. Erhältst du auch hier ein bestimmtes Entgelt, wird dies als normales Einkommen betrachtet und es gelten die entsprechenden Freibeträge. Bafög für Eltern: Studieren mit Kind ist eine Herausforderung. Welche Ansprüche Du speziell als Elternteil hast ist abhängig von der individuellen Situation.

Bafög im Minijob

Du kannst als Studierender jeden Monat 400 Euro brutto im Monat anrechnungsfrei verdienen. Verdienst du dein Geld durch unregelmäßige Jobs wird dir ein Freibetrag von ca. 4.800 Euro in einen Bewilligungszeitraum von 12 Monaten gewährt. Der Nettofreibetrag beträgt 255 Euro. Durch Sozialabgaben und Werbungskosten in Höhe von 920 Euro pro Jahr kommst du auf ein Bruttoeinkommen von etwa 400 Euro. Gehst du einer selbstständigen Tätigkeit nach kannst du die Werbungskostenpauschale nicht mit anrechnen. Bei einer selbständigen Tätigkeit musst du besonders darauf achten, dass du nicht in die Scheinselbstständigkeit abrutschst.

Hilfreiche Informationen findest du zum Thema Dazuverdienen findest du unter der Rubrik: Jobben > Bafög

Bei der Antragsstellung für die BAföG Förderung musst du Angaben zu deinen Einkünften machen. Sobald du über 400 Euro monatlich verdienst, wird dein überschüssiger Verdienst deinem Bedarfssatz entgegen gerechnet. Das Verheimlichen von Einkommen ist strafbar. Sollte sich dein Einkommen während des Bewilligungszeitraumes verändern, musst du dies unmittelbar dem BAföG-Amt mitteilen.

Dein Kindergeld wird in der Regel nicht als Einkommen gezählt. Solltest du verheiratet oder geschieden sein, werden etwaige Unterhaltsverpflichtungen deines Partners mit angerechnet.

Bafög und ALG II

Bezieht ein Elternteil oder beide zusammen ALG II und wohnst du noch bei Ihnen, musst du mit finanziellen Einbußen rechnen. Dabei zählst du zwar nicht zur Bedarfs-, jedoch zur Haushaltsgemeinschaft. Dies bedeutet, dass ein Mietanteil auf dich abfällt und von dem ALG II deiner Eltern abgezogen wird. Da du jedoch durch die BAföG Förderung nur einen Mietzuschuss (Wohnzuschlag) von 72 Euro erhältst, ist dieser oft bei weitem nicht kostendeckend. Aus diesem Grund hat es dir die Bundesregierung seit dem 1. Januar 2007 ermöglicht eine Mietkostenbeihilfe bei der ARGE beantragen zu können.

BAföG und Antragstellung

BAföG im Ausland

BAföG für ausländische Studierende

BAföG und Jobben

Studiren mit Kind

BAföG und Kinder

Studienförderung

BAföG und Zweitausbildung

Historische Entwicklug des Bundesausbildungsförderungsgesetz

1971: Das Bafög erstmals einen Rechtsanspruch auf finanzielle Unterstützung des Staates während eines Studiums. Ziel des Gesetzes ist es, durch finanzielle Unterstützung finanzschwächeren Familien berufliche Chancengleichheit herzustellen. Der Zuschuss des Staates zum Bafög betrug 100%, es gab daher keinen Darlehensteil.
ab 1974: Es wurde ein fester Darlehensteil von anfänglich 70 DM (etwa 36 Euro) pro Monat eingeführt.
1983: Förderungen nach dem Schüler-Bafög wurde weitestgehend abgeschafft.
ab 1983: Der Zuschuss des Staates wird bis auf 0% heruntergefahren. Studenten erhalten ein zinsloses Darlehen in Höhe von 100%.
1990: Der Zuschuss des Staates beträgt 50%, die restlichen 50% sind zinsloses Darlehen. Eine wirkungsvolle Studienabschlußförderung wird eingeführt.
1996: Eine Förderung über die Förderungshöchstdauer hinaus ist nur durch ein verzinsliches Bankdarlehen möglich.
2001: Durch Inkrafttreten des Ausbildungsförderungsreformgesetzes (Aförg) stehen nun 1,3 Mrd. DM (etwa 665 Mil. Euro) pro Jahr mehr zur Förderung von Studenten und Schülern zur Verfügung. Die durchschnittliche Förderung eines Studenten beträgt 365 Euro pro Monat.
2008: Durch das 22. BAföG-Änderungsgesetz werden die Leistungen des BAföG ausgeweitet. Innerhalb der EU und der Schweiz wird ein Auslandsstudium mit Wirkung ab 1. Semester möglich. Zuschläge gibt es für die Kinderbetreuung, die Anrechnung von 400-Euro-Jobs auf den BAföG-Förderungsbetrag wird abgeschafft. Und endlich: sowohl die Bedarfssätze werden angehoben (um 10 Prozent), als auch die Freibeträge (um 8 Prozent).
2010: Mit dem 23. BAföG-Änderungsgesetz erfolgt wiederum eine Anhebung der BAföG-Bedarfssätze um zwei Prozent wohingegen die BAföG-Freibeträge um drei Prozent angehoben werden. So können Studierende jetzt Studierende maximal 670 Euro BAföG im Monat erhalten können. Die Bundesregierung rechnet mit 50.000 bis 60.000 Studierenden, die auf diese Weise neu in die BAföG-Förderung kommen können. Studierende, die vor Vollendung Ihres 35. Lebensjahrs ein Master-Studium beginnen, können nun durch BAföG gefördert werden.
2011: Mit dem 24. BAföG-Änderungsgesetz musste man auf das Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 21. Juni 2011 reagieren. So wird die Regelung zum Teilerlass des BAföG-Darlehens (§ 18b BAföG) verändert, mit der Konsequenz, dass kein Studierender von einem Teilerlass ausgeschlossen ist, weil ihm ein frühzeitigerer Abschluss noch vor Ablauf der Förderungshöchstdauer unmöglich gemacht wird.
2014: Auf Basis der 25. BAföG-Novelle werden die (Eltern-)Freibeträge und -Bedarfssätze jeweils um 7 % angehoben. Entsprechend wurde auch die Berichtspflicht nach § 35 BAföG verschoben bis 2017.
2015: Bisher trug der Bund 65 Prozent der BAföG-Kosten, während 35 Prozent auf die Länder entfielen. Die Rückzahlungen der ehemaligen BAföG-Geförderten (derzeit etwa 610 Millionen Euro) flossen in der Folge in die allgemeinen Bundes- und Landeshaushalte. Das hat sich mit dem Jahr 2015 geändert. Ab jetzt übernimmt der Bund die Finanzierung des BAföGs zu 100%. Dadurch kann jetzt der Bund alleine über das BAföG bestimmen.
2016: Die Ausgaben des Bundes für BAföG betragen 2,9 Mrd. Euro. 40,3% aller Geförderten erhalten eine Vollförderung, 59,7% eine Teilförderung. Im Wintersemester 16/17 steigt der Höchstsatz auf 735 Euro.
2018: Im Koalitionsvertrag wird eine Aufstockung des Bafög um 1 Mrd. €uro festgeschrieben. Klingt erst einmal nicht schlecht, jedoch verteilt sich diese Aufstockung auf vier Jahre.

Bundesusbildungsförderungsgesetz

Bundesausbildungsförderungsgesetz – BAföG

Bundesgesetz über individuelle Förderung der Ausbildung in der Fassung der Bekanntmachung vom 7.Dezember 2010 (BGBl. I 1952; 2012 I S.197), das durch Artikel 6 des Gesetzes vom 27. Juli 2015 (BGBl. I S. 1386) geändert worden ist.