Studienwahl heute schwieriger denn je

Laut einem Interview der F.A.Z. mit dem Professor Karl Müller-Siebers, Präsident der Fachhochschule der Wirtschaft in Hannover, ist es für Studenten aufgrund der Reformen an den Hochschulen schwieriger denn je das richtige Studienfach zu wählen.

Laut Müller-Siebers sind es häufig Betriebswirte, Juristen und Sozialwissenschaftler die unter der Unsicherheit bei der Studienwahl über das gesamte Studium hinweg leiden. Naturwissenschaftler und Ingenieure sind von solch einer Unsicherheit weniger betroffen.
Solltest du dich also für einen der erstgenannten Berufe entscheiden, so solltest du es lieber erst einmal „breit anlegen“ um herauszufinden, in welche Richtung deine Interessen gehen. Oft wird der aktuelle Arbeitsmarkt bei der Suche nach einem geeigneten Studienfach zu hoch bewertet und die eigenen Interessen und Fähigkeiten zu niedrig gewichtet.

Durch den Umbruch und die Reformen an den Hochschulen sind die Erfahrungen der Eltern und Bekannten bei deiner Studienwahl eher zweitrangig. Früher war es relativ egal, wo du in Deutschland studierst, der Inhalt war weitestgehend gleich. Doch derzeit werden nicht nur die Abschlüsse sondern auch die Konzepte der Studiengänge komplett umgearbeitet. Teilweise nutzen die Universitäten diese Umstrukturierung gleich, um auch der Universität selbst ein neues Aussehen zu verpassen. Aktuelles Beispiel ist die Uni Münster, die nach dem Logo-Redesign voriges Jahr nun auch die Website in neuem Outfit präsentiert.
Aber soweit sind nicht alle und die Umstellung auf die neuen Inhalte und Abschlüsse der Studiengänge ist noch lange nicht abgeschlossen. Entscheidest du dich für ein ingenieurs- oder rechtswissenschaftliches Studium, stehst du noch immer vor der Frage, welche Richtung du einschlägst und welchen Abschluss du so absolvierst. Das ist weniger eine Entscheidung nach Titel, sondern vielmehr eine nach Inhalten. Da viele Hochschulen die Frage nach den Kerninhalten unterschiedlich beantwortet haben, sind unterschiedliche Curricula
entstanden.

Bleibt die Frage wie weit du so etwas im Voraus planen kannst, bzw. solltest. Frühzeitig solltest du dich fragen, ob du lieber forschungs- oder anwendungsorientiert studieren willst. Bist du Ersti oder Studienfachwechsler, solltest du dich außerdem sehr genau mit dem Profil und den Inhalten der für dich in Betracht kommenden Studiengänge befassen. Besonders hilfreich sind die vielen Beratungsangebote der zahlreichen Universitäten und deshalb solltest du diese nutzen, mit Studenten über deren Erfahrungen sprechen oder dich einfach mal probeweise in einen Hörsaal setzen und einem Referat lauschen.

[QUELLE: fazjob.net]